Ergebnisse zweier klinischen Pilotstudien, bei denen
zwei Anwendungsbereiche untersucht wurden:

1. Hautsparende Mastektomie („Skin Sparing Mastectomy“) mit sofortiger Brustrekonstruktion bei Brustkrebs.

Die erste Studie umfasste 50 Patientinnen, je 25 Patientinnen mit und ohne Wärmepräkonditionierung. Die zweite Studie umfasste 20 Patientinnen mit einer mittels Wärme vorbehandelten und einer nicht vor­ behandelten Brust. Die mit Wärme vorbehandelten Patientinnen bzw. Brüste zeigten im Vergleich zu den unbehandelten Patienten ein verbessertes Gewebeüberleben (12 % Teilnekrose vs. 36 % in der Kontrollgruppe) der Mastektomielappen bzw. ein rascheres Abheilen der chirurgischen Wunden nach Brustverkleinerung. Das verbesserte Gewebeüberleben ging mit einer anhaltend verbesserten Durchblutung einher. Als positiver Nebeneffekt der geringeren chirurgieassoziierten Morbidität zeigte sich, dass die vorbehandelten Patientinnen nach Brustrekonstruktion im Schnitt bereits nach 4 Tagen Aufenthalt das Krankenhaus verlassen konnten (9 Tage im Falle von unbehandelten Patientinnen).

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2. Brustverkleinerung bei Mammahypertrophie (Vergrößerung der Brust).

Nach Brustverkleinerung konnte gezeigt werden, dass im Falle einer Wärmepräkonditionierung am Vor­abend 14 Tage nach dem Eingriff bereits 92% sämtlicher chirurgischen Wunden verheilt waren (67% bei nicht vorbehandelten Brüsten). Weiter war zu beobachten, dass die mit lokaler Wärme vorbehandelten Patientinnen keine vermehrte postoperative Blutungsneigung aufwiesen.

grafik-lappenplastik-4grafik-lappenplastik-5Fazit

Wärmepräkonditionierung führt lokal im Hautgewebe zu einer

1. anhaltenden Aufrechterhaltung der Durchblutung, besonders in
potentiell ischämisch gefährdetem Gewebe ohne vermehrte
postoperative Blutungsneigung

2. raschen Erhöhung der Ischämietoleranz des Gewebes (besseres
Überleben trotz schlechterer Gewebedurchblutung)

3. signifikanten Verringerung der Hautnekrose- bzw.
Wundheilungsstörungsrate und

4. schnelleren Abheilung der chirurgischen Wunden.